Urlaubstipps Kanaren

Überwintern auf den Kanaren: Orte, Kosten und Regeln

Von deinSpanien-Redaktion · Aktualisiert am 07.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Auf den Kanaren hat es im Winter tagsüber rund 21 °C, am zuverlässigsten sonnig ist es an den Südküsten von Teneriffa und Gran Canaria. Die größte Hürde ist die Wohnung: Mieten sind hoch und das Angebot an Ferienwohnungen wächst wegen eines neuen Gesetzes vorerst nicht. Wer mehr als 183 Tage im Kalenderjahr in Spanien verbringt, wird dort steuerlich ansässig.

Auf einen Blick

  • Wetter: im Januar tagsüber rund 21 °C, nachts rund 15 °C (AEMET, 1981 bis 2010)
  • Mietniveau: 12,7 bis 21,3 € pro Quadratmeter je nach Ort (Idealista, September 2026)
  • Kaution bei Saisonmiete: zwei Monatsmieten
  • Steuer: ab mehr als 183 Tagen im Kalenderjahr in Spanien ansässig

Wie ist das Wetter im Winter wirklich?

Mild, aber kein Hochsommer. An den AEMET-Stationen Santa Cruz de Tenerife und Flughafen Gran Canaria liegt das mittlere Tagesmaximum im Januar bei 21,0 und 20,8 °C, das Minimum bei rund 15 °C (Normalperiode 1981 bis 2010). Dezember und Januar sind die regenreichsten Monate, in Santa Cruz mit im Mittel vier bis fünf Regentagen.

Die wenigsten Wohnungen haben eine Heizung, abends wird es innen kühl. Frag vor der Buchung nach einem Heizgerät. Alle Monatswerte stehen im Artikel Kanaren Wetter.

Welche Orte eignen sich für mehrere Monate?

Für mehrere Monate zählt anderes als im Urlaub: Supermarkt und Arzt in Laufnähe, ebene Wege, Busverbindung, Leben im Ort auch im Januar.

  • Teneriffa Nord, Puerto de la Cruz: gewachsene Stadt mit Promenade, Märkten und kanarischem Alltag. Milder, aber öfter bewölkt.
  • Teneriffa Süd, Los Cristianos und Costa Adeje: die meiste Sonne, viele Apartments, flache Promenaden. Der Vergleich steht unter Teneriffa Nord oder Süd.
  • Gran Canaria, Las Palmas: Großstadt mit Stadtstrand Las Canteras, Krankenhäusern, Kultur.
  • Gran Canaria Süd, Maspalomas, Playa del Inglés, Puerto de Mogán: sonnig und warm, stark touristisch, entsprechend teuer.
  • Lanzarote und Fuerteventura: trocken, windig, ruhig.

Was kostet die Miete?

Für Wintermieten auf Zeit gibt es keine amtliche Statistik. Den besten Anhaltspunkt liefert der Mietpreisbericht von Idealista. Er zeigt Angebotspreise aus Inseraten für reguläre Mietwohnungen, Stand September 2026. Die dritte Spalte ist eine eigene Hochrechnung für 70 Quadratmeter. Kleine Wohnungen sind pro Quadratmeter meist teurer, möblierte Saisonwohnungen ebenfalls.

Ort € pro m² und Monat 70 m² (rechnerisch)
La Laguna (Teneriffa) 12,7 889 €
Las Palmas de Gran Canaria 14,6 1.022 €
Puerto de la Cruz (Teneriffa) 16,5 1.155 €
Arona mit Los Cristianos (Teneriffa) 18,9 1.323 €
Adeje (Teneriffa) 19,0 1.330 €
San Bartolomé de Tirajana mit Maspalomas (Gran Canaria) 21,1 1.477 €
Mogán (Gran Canaria) 21,3 1.491 €

Der Durchschnitt der Kanaren lag bei 15,2 € pro Quadratmeter, 4,3 Prozent über dem Vorjahr. Was der Alltag sonst kostet, rechnest du im Artikel Lebenshaltungskosten in Spanien durch.

Wie findest du eine Wohnung für den Winter?

Es gibt zwei Wege: die Ferienwohnung über ein Buchungsportal, oft mit Monatsrabatt, oder den Saisonmietvertrag (alquiler de temporada) direkt mit dem Vermieter. Der zweite Weg ist meist günstiger, verlangt aber mehr Vorarbeit.

  • Früh suchen. Gute Wohnungen für November bis März sind Monate vorher vergeben.
  • Nie Geld überweisen, bevor du oder eine Vertrauensperson die Wohnung gesehen hat.
  • Schriftlicher Vertrag mit Zeitraum, Miete, Nebenkosten und Inventarliste.
  • Kaution: Bei Saisonverträgen sind es laut kanarischer Regierung zwei Monatsmieten. Der Vermieter muss sie auf den Kanaren beim Wohnungsinstitut der Regionalregierung hinterlegen.

Laut Medienberichten brauchen Kurzzeitvermietungen seit dem 1. Juli 2025 eine Registrierungsnummer im Inserat. Portale, Vertragsarten und Fallen erklärt der Ratgeber Wohnung finden in Spanien.

Das neue Gesetz zur Ferienvermietung

Das kanarische Parlament hat am 12. November 2025 ein Gesetz verabschiedet, das die touristische Vermietung von Wohnungen neu ordnet (Ley 6/2025). Die Kernpunkte laut Regionalregierung:

  • 90 Prozent der Wohnbebauung müssen dem Dauerwohnen vorbehalten bleiben, höchstens 10 Prozent dürfen Ferienwohnungen sein. Auf El Hierro, La Gomera und La Palma gilt 80 zu 20.
  • Neubauten dürfen erst nach zehn Jahren touristisch vermietet werden.
  • Die Gemeinden legen fest, wo und wie viele Ferienwohnungen zulässig sind. Bis dahin gilt ein Moratorium von fünf Jahren für neue Genehmigungen.

Für dich heißt das: Das Angebot wächst vorerst nicht. Buche früh.

Die 183-Tage-Regel: Wann wirst du in Spanien steuerpflichtig?

Laut der Steuerbehörde Agencia Tributaria ist in Spanien steuerlich ansässig, wer sich mehr als 183 Tage im Kalenderjahr dort aufhält. Drei Details sind für Überwinterer wichtig:

  • Es zählt das Kalenderjahr. Ein Winter von November bis März verteilt sich auf zwei Jahre. Entscheidend ist die Summe aller Tage in Spanien von Januar bis Dezember, also auch ein zweiter Aufenthalt im Herbst oder ein Sommerurlaub in Andalusien.
  • Kurze Abwesenheiten zählen mit. Ein Heimflug über Weihnachten unterbricht die Zählung nicht automatisch, solange du deine Steueransässigkeit in einem anderen Land nicht nachweist.
  • Die Tage sind nicht das einzige Kriterium. Ansässig ist auch, wer den Kern seiner wirtschaftlichen Interessen in Spanien hat. Leben Ehepartner und minderjährige Kinder in Spanien, wird die Ansässigkeit vermutet.

Ein geteiltes Steuerjahr kennt Spanien nicht: Du bist für das ganze Jahr ansässig oder gar nicht. Wer ansässig wird, versteuert sein weltweites Einkommen in Spanien, gemildert durch die Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland und Österreich. Führe deshalb einen einfachen Kalender mit Ein- und Ausreisetagen und bewahre Bordkarten auf. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber Steuern in Spanien. Wer ganz umziehen will, beginnt mit Wohin in Spanien auswandern?

Krankenversicherung für den langen Aufenthalt

Die Europäische Krankenversicherungskarte gilt bei vorübergehenden Aufenthalten für Behandlungen, die medizinisch notwendig sind und nicht bis zur Rückkehr warten können. Sie gilt nur bei öffentlichen Ärzten und Krankenhäusern. Nicht gedeckt sind geplante Behandlungen, Privatkliniken, Rettung und Rücktransport.

Für mehrere Monate brauchst du deshalb zusätzlich eine Auslandsreisekrankenversicherung, die so lange gilt, wie du bleibst. Viele Jahrespolicen decken nur Reisen von wenigen Wochen am Stück. Wie das spanische System funktioniert und was bei einem festen Umzug gilt, steht unter Krankenversicherung in Spanien.

Häufige Fragen

Welche Kanareninsel ist im Winter am wärmsten?

Am wärmsten und sonnigsten sind die Südküsten von Gran Canaria und Teneriffa.

Wie lange darf ich bleiben, ohne in Spanien steuerlich ansässig zu werden?

Bis zu 183 Tage im Kalenderjahr, sofern auch der Kern deiner wirtschaftlichen Interessen nicht in Spanien liegt.

Wann sollte ich die Wohnung buchen?

So früh wie möglich, am besten im Frühjahr oder Sommer für den folgenden Winter.

Kann ich im Winter von dort arbeiten?

Ja. Kläre vorher mit Arbeitgeber oder Steuerberatung, was längere Arbeit aus Spanien für Steuer und Sozialversicherung bedeutet. Mehr unter Als Digital Nomad nach Spanien.

Stand Oktober 2026. Öffnungszeiten, Preise und Zugangsregeln ändern sich. Prüfe sie vor deinem Besuch auf den offiziellen Seiten.

Titelbild: Martin Falbisoner · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

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