Papierkram

Bankkonto in Spanien eröffnen und Bizum einrichten

Von deinSpanien-Redaktion · Aktualisiert am 07.10.2026 · 7 Min. Lesezeit
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Kurz gesagt: Ein spanisches Konto bekommst du mit Ausweis, NIE, Adressnachweis und einem Beleg, woher dein Geld kommt. Solange du noch nicht in Spanien wohnst, läuft es als Konto für Nichtresidenten, danach stellst du es um. Lehnt dich eine Bank ab, hast du Anspruch auf ein gesetzliches Basiskonto für höchstens 3 € im Monat.

Auf einen Blick

  • Kosten: je nach Bank und Kontomodell. Das gesetzliche Basiskonto kostet höchstens 3 € im Monat (Stand Oktober 2026).
  • Wo: Filiale einer spanischen Bank oder Onlinebank
  • Was du brauchst: Reisepass oder Personalausweis, NIE, Adressnachweis, Nachweis über Einkommen oder Herkunft des Geldes
  • Für wen: alle, die in Spanien Miete, Strom, Steuern oder Sozialversicherung zahlen
  • Bizum: läuft über die App deiner spanischen Bank und deine Handynummer

Brauchst du überhaupt ein spanisches Konto?

Rechtlich gilt im Euroraum: Lastschriften und Gehälter dürfen auch über eine deutsche oder österreichische IBAN laufen. In der Praxis verlangen viele spanische Stellen trotzdem eine IBAN, die mit ES beginnt. Das betrifft vor allem Versorger, Vermieter und manche Behördenformulare.

Spätestens hier kommst du mit einem spanischen Konto leichter durch:

Welches Konto passt zu deiner Situation?

Spanische Banken unterscheiden danach, ob du steuerlich in Spanien wohnst oder nicht. Davon hängen Unterlagen und oft auch die Gebühren ab. Die folgenden Angaben beschreiben die übliche Praxis. Jede Bank legt ihre Anforderungen selbst fest.

Konto für Nichtresidenten Konto für Residenten
Für wen Du wohnst noch in Deutschland oder Österreich, etwa vor dem Umzug oder beim Immobilienkauf Du wohnst in Spanien
Übliche Unterlagen Reisepass, NIE oder eine Nichtresidenten-Bescheinigung der Policía, Adressnachweis, Herkunft der Mittel NIE, Reisepass oder Personalausweis, Adresse in Spanien (Padrón), Nachweis deiner Tätigkeit
Gebühren meist höher oft gebührenfrei, wenn Gehalt, Rente oder Lastschriften über das Konto laufen
Besonderheit Die Bank lässt sich den Status in Abständen neu bestätigen Bedingungen des Kontomodells müssen dauerhaft erfüllt sein

Ziehst du später nach Spanien, sag deiner Bank Bescheid und lass das Konto auf den Status „residente“ umstellen. Sonst zahlst du weiter die Bedingungen für Nichtresidenten.

Filiale oder Onlinebank?

Eine Filiale hilft, wenn dein Spanisch noch wackelt oder dein Fall nicht ins Standardformular passt, etwa als Selbstständiger im ersten Jahr. Onlinebanken sind bequem, prüfen aber alles per App und brechen ab, wenn ein Dokument nicht ins Raster passt. Frag vor der Eröffnung, ob die Bank an Bizum teilnimmt.

Welche Unterlagen verlangt die Bank?

Banken müssen wissen, wer du bist und woher dein Geld kommt. Das schreibt die Geldwäscheprävention vor. Je vollständiger deine Mappe ist, desto schneller geht es.

  • Reisepass oder Personalausweis, gültig
  • NIE als Papier oder PDF
  • Adressnachweis: Mietvertrag oder Padrón, bei Nichtresidenten ein Nachweis der Adresse im Heimatland
  • Nachweis über Einkommen oder Herkunft der Mittel: Arbeitsvertrag, Gehaltsabrechnung, Steuerbescheid oder Rentenbescheid
  • spanische Handynummer, wenn möglich, für Freigaben per SMS und für Bizum

Deutsche Unterlagen akzeptieren viele Banken ohne Übersetzung, verlassen kannst du dich darauf nicht. Frag vorab per E-Mail, was die Filiale sehen will.

Wie läuft die Kontoeröffnung ab?

Von der Wahl der Bank bis zur ersten Lastschrift sind es vier Schritte.

  1. Bank und Kontomodell wählen

    Vergleiche die Preisverzeichnisse der Banken. Die spanische Zentralbank (Banco de España) betreibt dafür ein eigenes Vergleichsportal. Lies vor allem, welche Bedingungen ein gebührenfreies Konto hat.

  2. Termin machen oder online starten

    In der Filiale bringst du alle Unterlagen im Original mit. Online lädst du sie hoch und identifizierst dich per Video.

  3. Vertrag unterschreiben, Karte und App aktivieren

    Du bekommst deine IBAN und die Zugangsdaten. Richte die App sofort ein, denn fast alle Freigaben laufen darüber.

  4. IBAN hinterlegen

    Gib die neue IBAN an Vermieter, Versorger, Arbeitgeber und Sozialversicherung weiter.

Das gesetzliche Basiskonto: dein Anspruch, wenn eine Bank ablehnt

Spanien hat ein Basiskonto eingeführt, die Cuenta de pago básica. Anspruch hat, wer legal in der EU wohnt, auch ohne festen Wohnsitz, sofern er in Spanien noch kein Konto hat. Rechtsgrundlage sind das Real Decreto-ley 19/2017 und das Real Decreto 164/2019.

Die Bank darf dafür höchstens 3 € im Monat verlangen, als einzige und gemeinsame Gebühr. Darin enthalten sind:

  • Eröffnung, Führung und Schließung des Kontos
  • Einzahlungen und Bargeldabhebungen
  • eine Debitkarte
  • 120 Zahlungsvorgänge pro Jahr in Euro innerhalb der EU

Ablehnen darf die Bank nur aus wenigen Gründen: wenn du schon ein Konto in Spanien hast, aus Gründen der nationalen Sicherheit oder öffentlichen Ordnung oder wenn du die Angaben zur Geldwäscheprävention nicht lieferst.

Tipp: Banken bieten das Basiskonto selten von sich aus an. Frag ausdrücklich nach der „cuenta de pago básica“.

Bizum einrichten

Bizum ist das Bezahlsystem der spanischen Banken. Du schickst Geld an eine Handynummer statt an eine IBAN, und es kommt sofort an. So teilt man in Spanien die Rechnung im Restaurant, zahlt den Handwerker oder überweist dem Mitbewohner den Anteil an der Stromrechnung. Mehr zum täglichen Leben steht unter Alltag in Spanien.

Du brauchst dafür zwei Dinge: ein Konto bei einer Bank in Spanien, die an Bizum teilnimmt, und eine Handynummer, die mit diesem Konto verknüpft ist. Eine eigene App gibt es nicht. Du aktivierst Bizum in der Banking-App.

  1. Banking-App öffnen und den Menüpunkt Bizum suchen.
  2. Handynummer bestätigen, meist per SMS-Code.
  3. Konto auswählen, auf dem Zahlungen ankommen sollen.

Ob deine deutsche oder österreichische Nummer funktioniert, hängt von der Bank ab. Mit einer spanischen Nummer bist du auf der sicheren Seite. Limits und mögliche Kosten legt deine Bank fest, sie stehen in ihrem Preisverzeichnis.

Typische Stolpersteine

Die meisten Probleme entstehen nicht bei der Eröffnung, sondern Monate später.

  • Bedingungen nicht erfüllt: Viele gebührenfreie Konten setzen einen Gehalts- oder Renteneingang oder Lastschriften voraus. Fehlt das, berechnet die Bank Kontoführung.
  • Nachfragen ignoriert: Banken fordern regelmäßig aktuelle Unterlagen an. Wer nicht antwortet, riskiert eine Sperre.
  • Status nicht umgestellt: Nach dem Umzug läuft das Konto weiter als Konto für Nichtresidenten.
  • Zweites Konto und Basiskonto: Der Anspruch auf das Basiskonto entfällt, wenn du schon ein spanisches Konto hast.
Achtung: Lös dein Konto in Deutschland oder Österreich nicht sofort auf. Erstattungen, alte Verträge und Versicherungen laufen oft noch Monate darüber.

Häufige Fragen

Kann ich ein Konto ohne NIE eröffnen?

Manche Banken eröffnen ein Konto für Nichtresidenten nur mit Reisepass, die meisten wollen die NIE oder eine Bescheinigung der Policía sehen. Mit NIE ist die Auswahl größer und der Ablauf einfacher.

Was kostet ein Konto in Spanien?

Das hängt von Bank und Kontomodell ab. Verbindlich sind nur die Preisverzeichnisse der Banken. Eine feste Obergrenze gibt es beim gesetzlichen Basiskonto: höchstens 3 € im Monat (Stand Oktober 2026).

Muss mein Arbeitgeber oder Stromanbieter meine deutsche IBAN akzeptieren?

Innerhalb des Euroraums dürfen Zahlungen grundsätzlich über jede IBAN laufen. In der Praxis verlangen viele spanische Stellen trotzdem eine spanische IBAN, und der Streit darüber kostet mehr Zeit als die Kontoeröffnung.

Funktioniert Bizum mit einer deutschen Handynummer?

Das entscheidet deine Bank. Sicher funktioniert es mit einer spanischen Nummer, die du in der Banking-App mit deinem Konto verknüpfst.

Was tue ich, wenn mich jede Bank ablehnt?

Verlang das gesetzliche Basiskonto (cuenta de pago básica). Die Bank darf es nur aus wenigen, gesetzlich genannten Gründen verweigern.

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