Kurz gesagt: La Gomera ist das Gegenteil von Massentourismus: tiefe Schluchten, Terrassenfelder und im Zentrum einer der ältesten Lorbeerwälder Europas. Von Teneriffa bist du mit der Fähre in unter einer Stunde da. Ein Tagesausflug geht, zwei bis drei Tage sind deutlich besser.
Auf einen Blick
- Muss: Nationalpark Garajonay, Valle Gran Rey, Agulo
- Dauer: 2 bis 3 Tage, zum Wandern eine Woche
- Anreise: Fähre ab Los Cristianos (Teneriffa), laut Fred. Olsen 50 Minuten (Stand Oktober 2026)
- Unterwegs: Mietwagen, die Straßen sind sehr kurvig
- Für wen: Wanderer, Ruhesuchende, Naturfreunde
- Beste Zeit: ganzjährig, im Wald immer mit Jacke
Was sind die schönsten Orte auf La Gomera?
Die Insel ist fast rund, und alle Täler laufen wie Speichen vom Wald in der Mitte zur Küste. Deshalb führt jede Fahrt von Ort zu Ort erst hinauf und dann wieder hinunter.
- Nationalpark Garajonay: Nebelwald aus Lorbeer und Baumheide, UNESCO-Welterbe. Die Stämme sind mit Moos und Flechten bewachsen, oft hängt Nebel zwischen den Bäumen.
- Valle Gran Rey: das Tal des großen Königs im Westen, mit Palmen, Terrassen und dunklen Stränden. Seit den Siebzigern Treffpunkt für Aussteiger, abends versammelt man sich zum Sonnenuntergang am Strand.
- Hermigua und Agulo: die grüne Nordküste mit Bananenplantagen. Agulo gilt als eines der schönsten Dörfer der Insel.
- Mirador de Abrante: Aussichtspunkt mit gläsernem Vorbau hoch über Agulo, an klaren Tagen mit Blick auf den Teide.
- Los Órganos: Basaltsäulen an der Nordküste, die wie Orgelpfeifen aussehen. Nur vom Boot aus zu sehen, die Touren fahren bei ruhiger See.
- San Sebastián de La Gomera: die kleine Hauptstadt am Hafen. Kolumbus machte hier 1492 Station, bevor er über den Atlantik segelte.
Wie wanderst du im Garajonay?
Der Nationalpark bedeckt den höchsten Teil der Insel. Die Wege sind gut markiert und reichen vom halbstündigen Spaziergang bis zur Tagestour.
- Alto de Garajonay: der höchste Punkt der Insel. Ein kurzer Aufstieg vom Parkplatz, oben siehst du bei klarer Sicht Teneriffa, La Palma und El Hierro.
- La Laguna Grande: Lichtung mit Rastplatz und einfachen Rundwegen, guter Einstieg für Familien.
- El Cedro: Weg entlang eines Bachs durch den dichtesten Teil des Waldes.
Was ist der Silbo Gomero?
Der Silbo ist eine Pfeifsprache, mit der sich die Bewohner früher über die Schluchten hinweg verständigten. Statt Wörter zu rufen, pfeift man sie, das trägt über mehrere Kilometer. Der Silbo ist immaterielles UNESCO-Kulturerbe und wird heute an den Schulen der Insel unterrichtet. Vorführungen gibt es in manchen Restaurants und an Aussichtspunkten, frag in der Touristeninformation nach aktuellen Terminen.
Was isst man auf La Gomera?
Die Küche ist einfach und kräftig. Drei Dinge solltest du probieren.
- Almogrote: würzige Paste aus gereiftem Ziegenkäse, Paprika, Knoblauch und Öl, auf Brot gestrichen.
- Miel de palma: dunkler Sirup aus dem Saft der Kanarischen Dattelpalme, gut zu Käse und Desserts.
- Potaje de berros: Eintopf aus Brunnenkresse, traditionell mit Gofio (geröstetem Getreidemehl) gegessen.
Mehr Gerichte der Inseln stehen in Kanarisch essen.
Wie kommst du hin und wie lange solltest du bleiben?
Die meisten kommen mit der Fähre von Los Cristianos im Süden Teneriffas nach San Sebastián. Auf der Insel verbindet eine Küstenlinie von Fred. Olsen außerdem San Sebastián, Playa de Santiago und Valle Gran Rey. Es gibt auch einen kleinen Flughafen mit Inselflügen. Preise und Abfahrten stehen bei den Reedereien.
- Tagesausflug: machbar mit früher Fähre und Mietwagen. Realistisch sind ein Spaziergang im Garajonay und Agulo. Das Valle Gran Rey passt dann nicht mehr hinein.
- Drei Tage: Tag 1 Wald und Norden, Tag 2 Valle Gran Rey mit Bootstour, Tag 3 eine längere Wanderung.
La Gomera lässt sich gut an einen Urlaub auf Teneriffa hängen, die Ziele dort stehen bei den Teneriffa Sehenswürdigkeiten. Wer weiter nach Westen will, findet Routen in Inselhopping und einen Eindruck der Nachbarin in El Hierro. Im Valle Gran Rey verbringen viele auch die kalten Monate, mehr in Überwintern auf den Kanaren.
Häufige Fragen
Braucht man auf La Gomera ein Auto?
Für Flexibilität ja. Es gibt Linienbusse, sie fahren aber nur wenige Male am Tag und passen selten zu Wanderungen.
Für wen ist La Gomera das Richtige?
Für Wanderer, Ruhesuchende und Naturfreunde. Wer Nachtleben, große Hotels und lange Sandstrände sucht, wird hier nicht glücklich.
Gibt es Strände?
Ja, aber kleine mit dunklem Sand oder Kies, vor allem im Valle Gran Rey, in Playa de Santiago und in San Sebastián.
Lohnt sich ein Tagesausflug von Teneriffa?
Ja, du siehst dann aber nur einen Ausschnitt der Insel.
Quellen
- Ministerium für ökologischen Wandel: Besucherführer Nationalpark Garajonay
- Fred. Olsen Express: Fährstrecken und Fahrzeiten
- Naviera Armas: Fähren zwischen den Inseln
- Binter: Flüge zwischen den Inseln
Stand: Oktober 2026
Stand Oktober 2026. Öffnungszeiten, Preise und Zugangsregeln ändern sich. Prüfe sie vor deinem Besuch auf den offiziellen Seiten.
Titelbild: Diego Delso · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0


