Auswandern

Auswandern nach Spanien mit Familie: Schule, Kita und Kinderarzt

Von deinSpanien-Redaktion · Aktualisiert am 30.10.2026 · 8 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Mit Kindern entscheidet nicht der Strand über den Wohnort, sondern die Schule. Schulpflicht besteht von 6 bis 16 Jahren, öffentliche Schulen sind kostenlos und unterrichten auf Spanisch. Kümmere dich zuerst um Schulplatz und Anmeldefristen, dann um die Wohnung.

Auf einen Blick

  • Schulpflicht: 6 bis 16 Jahre (Primaria und ESO)
  • Vorschule: ab 3 Jahren, freiwillig und an öffentlich finanzierten Schulen kostenlos
  • Anmeldung: im Frühjahr für das folgende Schuljahr, auf den Kanaren zuletzt vom 6. bis 17. April 2026
  • Deutsche Schulen: bei Málaga, in Sevilla, Las Palmas und auf Teneriffa, Schulgeld rund 390 bis 520 € im Monat
  • Was du brauchst: Padrón (Anmeldung im Rathaus), Ausweise, Geburtsurkunden, Zeugnisse

Wie ist das spanische Schulsystem aufgebaut?

Das System ist landesweit gleich aufgebaut, umgesetzt wird es von den Regionen. Für dich heißt das: Termine, Formulare und Portale unterscheiden sich zwischen Andalusien und den Kanaren, die Stufen nicht.

Stufe Alter Pflicht?
Educación Infantil, zweiter Zyklus (Vorschule) 3 bis 6 freiwillig, kostenlos
Educación Primaria (Grundschule) 6 bis 12 ja
ESO (Sekundarstufe) 12 bis 16 ja
Bachillerato oder Berufsbildung (FP) ab 16 nein

Die Vorschule ist freiwillig, in der Praxis gehen aber fast alle Kinder ab drei Jahren hin. Für dein Kind ist das der einfachste Einstieg in die Sprache.

Öffentlich, halbprivat oder privat?

Es gibt drei Arten von Schulen. Öffentliche Schulen (colegios públicos) kosten kein Schulgeld. Halbprivate Schulen (concertados) sind privat geführt und öffentlich finanziert, der Unterricht ist ebenfalls gratis, oft fallen Beiträge für Extras an. Private und internationale Schulen verlangen Schulgeld und unterrichten häufig auf Englisch oder Deutsch.

Wie meldest du dein Kind an der Schule an?

Die Anmeldung (escolarización) läuft einmal im Jahr über die Schulbehörde der Region. Grundlage ist euer Wohnsitz, deshalb brauchst du vorher den Padrón, also die Anmeldung im Rathaus.

Kanaren: die Fristen für 2026/27

Die kanarische Regierung veröffentlicht jedes Jahr einen festen Kalender. Für Vorschule und Grundschule im Schuljahr 2026/27 sah er so aus:

Schritt Termin 2026
Anträge 6. bis 17. April
Vorläufige Listen 27. Mai
Einsprüche 27. bis 29. Mai
Endgültige Listen 17. Juni
Einschreibung (matrícula) 17. bis 26. Juni

Die Termine für 2027/28 erscheinen auf derselben Seite der Regierung. Die Termine für die Sekundarstufe erfragst du bei der Schulbehörde. Zusätzlich gibt es ein außerordentliches Verfahren und Regeln für die Aufnahme während des Schuljahres.

Andalusien: Termine im Portal der Junta

In Andalusien läuft die Anmeldung ebenfalls im Frühjahr für das folgende Schuljahr, die Einschreibung folgt im Frühsommer. Die genauen Daten, das Punktesystem für die Platzvergabe und die Formulare veröffentlicht die Regionalregierung im Portal Escolarización der Junta de Andalucía. Schau dort nach, sobald dein Umzugsjahr feststeht, und frag zusätzlich direkt bei der Wunschschule.

Umzug mitten im Schuljahr

Zieht ihr außerhalb der Fristen um, wendest du dich an die Schulbehörde vor Ort. Wegen der Schulpflicht bekommt dein Kind einen Platz. Einen Anspruch auf die Wunschschule gibt es aber nicht, vergeben wird nach freien Plätzen.

Tipp: Klär den Schulplatz, bevor du den Mietvertrag unterschreibst. Der Wohnort spielt bei der Platzvergabe eine große Rolle, und ein Umzug zwei Straßen weiter kann die Schule ändern.

Deutsche Schulen: Wo gibt es sie und was kosten sie?

In Andalusien und auf den Kanaren gibt es vier deutsche Auslandsschulen, alle vom Kindergarten bis zum Abitur. Die Gebühren stammen von den Schul-Websites und gelten für das Schuljahr 2026/27.

  • Deutsche Schule Málaga in Ojén bei Marbella: einmalige Aufnahmegebühr, rückzahlbare Kaution und Monatsgebühren mit Geschwisterermäßigung. Die aktuellen Sätze stehen in der Gebührenordnung der Schule.
  • Colegio Alemán Sevilla: über 700 Schüler. Monatsgebühr rund 459 bis 507 € (Kindergarten 471,30 €, Sekundarstufe 506,79 €). Für das erste Kind 3.000 € Aufnahmegebühr plus 4.500 € rückzahlbarer Beitrag zum Sozialfonds. Mensa 7,50 € pro Tag, Schulbus 120 bis 180 € im Monat.
  • Deutsche Schule Las Palmas de Gran Canaria: rund 650 Schüler. Grundschule 4.704 € pro Jahr (392 € im Monat), Klassen 5 bis 8 5.580 €, Klassen 9 bis 11 6.120 €, Klasse 12 6.168 €. Einmalig 1.000 € Aufnahme und 1.000 € Kaution, dazu 205 € Einschreibgebühr pro Jahr.
  • Deutsche Schule Santa Cruz de Tenerife in Tabaiba Alta: Abitur und spanisches Bachillerato. Klassen 1 bis 8 425 € in zehn Monatsraten (4.250 € pro Jahr), Klassen 9 bis 11 465 € (4.650 €), Klasse 12 4.644 € pro Jahr. Kindergarten 465 € im Monat, Krippe ab einem Jahr 410 € im Monat. Einschreibgebühr für neue Schüler 425 € (Klassen 1 bis 4) oder 850 € (Klassen 5 bis 12), Kaution 900 bis 1.030 €.

Die Plätze sind begrenzt und der Schulweg kann lang sein: Die Schule bei Málaga liegt in Ojén, die auf Teneriffa in Tabaiba Alta bei Santa Cruz. Frag früh an und plane den Wohnort danach. Welche Orte zu euch passen, vergleichst du unter Wohin in Spanien?

Kita und Betreuung: Was gilt für Kinder unter drei?

Der erste Zyklus der Educación Infantil für Kinder bis drei Jahre ist die spanische Krippe. Anders als die Vorschule ab drei ist sie in der Regel kostenpflichtig, mit Ermäßigungen je nach Einkommen und Region. Preise, Gratisplätze und Antragsfristen legen Andalusien und die Kanaren selbst fest und ändern sie regelmäßig. Aktuelle Werte bekommst du beim Bildungsportal deiner Region oder direkt bei der Einrichtung.

Der Unterricht an öffentlichen Grundschulen endet meist am frühen Nachmittag. Viele Schulen bieten Frühbetreuung, Mittagessen (comedor) und Nachmittagsangebote gegen Gebühr an. Frag bei der Anmeldung danach, denn nicht jede Schule hat alles. Und plane die langen Sommerferien ein: Sie dauern deutlich länger als in Deutschland oder Österreich.

Kinderarzt und Gesundheitskarte

Kinder sind über die Eltern mitversichert, wenn diese im öffentlichen System sind. Der Kinderarzt (pediatra) sitzt im Gesundheitszentrum (centro de salud) eures Viertels, nicht in einer eigenen Praxis.

Jedes Kind braucht eine eigene Gesundheitskarte. In Andalusien beantragst du sie im Gesundheitszentrum oder online über ClicSalud+. Verlangt werden dein Ausweis, für die Kinder das Familienbuch, der Nachweis des Versicherungsanspruchs und der Padrón. Auf den Kanaren ist der Servicio Canario de la Salud zuständig, frag dort im Gesundheitszentrum nach den Unterlagen. Alle Wege ins System erklärt der Artikel Krankenversicherung in Spanien.

Kindergeld und Elternzeit: Was ändert sich?

Für Familienleistungen gilt in der EU: Zuständig ist vorrangig das Land, in dem du arbeitest. Wer in Spanien lebt und arbeitet, hat deshalb in der Regel keinen Anspruch mehr auf deutsches Kindergeld oder österreichische Familienbeihilfe.

  • Beide Eltern arbeiten in Spanien: Spanien ist zuständig.
  • Ein Elternteil arbeitet weiter in Deutschland oder Österreich oder bezieht von dort eine Rente: Der Anspruch kann bestehen bleiben, teils als Differenzzahlung.
  • Antrag: Ein Antrag in einem Land gilt als fristwahrend für alle beteiligten Länder.

Melde den Umzug sofort der Familienkasse oder dem Finanzamt, sonst drohen Rückforderungen. Welche spanischen Familienleistungen für euch infrage kommen, hängt vor allem vom Einkommen ab, Auskunft gibt die Seguridad Social. Wer in Spanien sozialversichert ist, bekommt bei der Geburt eines Kindes eine Leistung in Höhe von 100 % der Bemessungsgrundlage, gezahlt vom Sozialversicherungsträger INSS. Was beim Wegzug sonst zu melden ist, steht unter Abmeldung in Deutschland und Österreich.

Was sollten Familien vor dem Umzug erledigen?

Mit Kindern lohnt sich ein halbes Jahr mehr Vorlauf, vor allem wegen der Anmeldefristen im Frühjahr.

  • Schulart wählen und Fristen der Region prüfen
  • Bei deutschen Schulen früh nach freien Plätzen fragen
  • Geburtsurkunden, Impfpässe und die letzten Zeugnisse mitnehmen
  • Wohnung im Einzugsgebiet der Schule suchen und im Rathaus anmelden
  • Gesundheitskarte für jedes Kind beantragen
  • Familienkasse über den Umzug informieren

Kinder lernen Spanisch meist schnell, je jünger, desto leichter. Viele Schulen bieten Förderunterricht für neu zugezogene Kinder an, aber nicht alle. Frag vor der Anmeldung danach. Wie der gesamte Umzug abläuft, zeigt der Leitfaden Auswandern nach Spanien Schritt für Schritt.

Häufige Fragen

Kann mein Kind ohne Spanisch auf eine öffentliche Schule gehen?

Ja. Wegen der Schulpflicht wird dein Kind aufgenommen, auch ohne Sprachkenntnisse. Je jünger das Kind, desto schneller klappt der Einstieg. Frag an der Schule nach Förderunterricht in Spanisch.

Was kostet eine deutsche Schule in Spanien?

Je nach Schule und Klasse rund 390 bis 520 € im Monat, dazu einmalige Aufnahmegebühren und Kautionen. In Sevilla sind das für das erste Kind 3.000 € Aufnahmegebühr plus 4.500 € rückzahlbarer Beitrag (Schuljahr 2026/27).

Wann muss ich mein Kind für das nächste Schuljahr anmelden?

Im Frühjahr. Auf den Kanaren lief die Frist für Vorschule und Grundschule 2026 vom 6. bis 17. April. Für Andalusien stehen die Termine im Portal der Junta de Andalucía.

Bekommen wir in Spanien weiter Kindergeld?

In der Regel nicht, wenn beide Eltern in Spanien leben und arbeiten. Arbeitet ein Elternteil weiter in Deutschland oder Österreich oder bezieht von dort eine Rente, kann ein Anspruch bleiben.

Ab welchem Alter gehen Kinder in Spanien in die Schule?

Pflicht ist die Schule ab sechs Jahren. Die kostenlose Vorschule beginnt mit drei Jahren und findet meist schon im Gebäude der Grundschule statt.

Titelbild: Infrogmation · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

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